2022 - unsere 3. Motorradreise - 3 Monate unterwegs

Italien

Es ist soweit. Am 13.Mai 2022 beginnt unsere Fahrt Richtung Süden. Italien unser 1. Reiseziel.
Die 4 Tagesetappen sind bereits fixiert und die Übernachtungen gebucht. Abseits der Bergstraßen liegt immer noch Schnee und die Temperaturen liegen im einstelligen Bereich. In tieferen Lagen hingegen, erweisen sich die Temperaturen als angenehm. Berglandschaften, Städte und Küstenabschnitte prägen unsere Fahrt nach Süden, die in Bari endet.

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Das Ticket für die Überfahrt nach Griechenland haben wir bereits im Internet gebucht. Im Hafen von Bari wartet bereits die Fähre. Dort treffen wir weitere Motorradfahrer unter anderem die beiden aus Kanada. Sie sind schon einige Monate in Europa unterwegs. Letztes Jahr endete unsere Reise in Griechenland, genauer gesagt in Igoumenitsa. Jetzt findet sie ihre Fortsetzung. Unser Ziel ist das Festland und die Halbinsel Peloponnes.

Griechenland

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Am nächsten Tag erreichen wir Patras. Die Einreise ist schnell erledigt. Wir machen uns auf den Weg nach Korinth. Über einen kleinen Bergkamm erreichen wir Epidavros. Dort gefällt es uns und wir bleiben 3 Nächte. Die Peloponnes erkunden wir eingehender. Insgesamt 9 Tage verbringen wir auf der Halbinsel und suchen unsere Ziele abseits der Hauptrouten.  Am 10. Tag erreichen wir wieder Patras. Außerhalb der Stadt führt eine neue Brücke auf das Festland.

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Entlang der Küste kommen wir nach einer ausgedehnten Fahrt an. Wer kennt das Orakel von Delphi nicht. Nach wie vor zieht es zahlreiche Besucher an. Wer vermutet schon Wildschweine und Schigebiete in dieser Gegend. Und das auch noch unweit der Hauptstadt Athen, unserem nächsten Ziel. Akropolis wir kommen. In aller Früh besichtigen wir die Stätte. Bald wird sie in neuem Glanz erstrahlen. Noch wird eifrig daran gearbeitet. Kurz vor dem Sonnenuntergang wird die Fahne eingeholt. Jeden Tag aufs Neue.

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Jetzt wird es langsam Zeit, dass wir unsere Reifen tauschen. Mit Hilfe eines Einheimischen finden wir diese Werkstätte. Die Reifen, die Bremsbelege und die Antriebskette werden erneuert. Zwischenzeitlich bekommen wir einen Kaffee serviert.

Abseits der Hauptrouten fahren wir bei Agios Marina mit der Fähre auf die Insel Euböa, um im Norden derselben bei Agiocampos wieder auf das Festland zu übersetzen. In diesem Dorf an der Küste bleiben wir und genießen das Leben am Strand in vollen Zügen.

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Am nächsten Tag planen wir eine Fahrt auf den Olymp. Kurve für Kurve geht es steil nach oben, bis schließlich beim Militär Endstation ist. Von hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Wir versuchen über Litochoro auf den Olymp zu kommen. Am Stadtrand ist aber bereits Endstation. Durch diese Schlucht kommt man nur zu Fuß.

Wir machen uns auf den Weg nach Norden. Vorbei an der zweitgrößten Stadt Griechenlands, besuchen wir die Chalkidiki Halbinsel. Ouranopoli, an der östlichen fingerartigen Landzunge gelegen, ist unser Ausgangspunkt für die Bootsfahrt entlang der Klöster.

Sogar die Römer waren hier, davon zeugt das Aquädukt. Ein Wolkenbruch kündigt sich an. Wir beschließen in diesem Dorf eine Rast einzulegen. Gerade noch rechtzeitig. Im Anschluss setzten wir unseren Weg fort und kommen trocken an unser Ziel. Das Nikolauskloster im Nestos Nationalpark ist eine der letzten Stationen in Griechenland.

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Bulgarien

Über die Berge geht es zur Grenze. Am 7. Juni 2022 reisen wir in Bulgarien, einem für uns bis zu diesem Zeitpunkt unbekanntem Land, ein. Motorräder brauchen in Bulgarien keine Vignette. Bestens. Jetzt steht der Weiterfahrt nichts mehr im Weg. Die Straßen sind bis dato gut ausgebaut. Allerdings ist immer Vorsicht geboten, denn die Situation kann sich schlagartig ändern. Wohlbehalten erreichen wir unsere Unterkunft. Auf einem Hochplateau liegt diese kleine Ortschaft.

Das Wetter heute ist ideal für einen Höhlenbesuch. Es regnet immer wieder von Zeit zu Zeit. Die Besichtigung dauert rund eine Stunde. Im gegenüberliegenden Restaurant warten wir den ärgsten Regen ab, bevor wir wieder ins Hotel fahren. Am nächsten Tag ist das Wetter ideal für den Aufstieg zum Adlerblick. Diese Plattform bietet einen grandiosen Blick auf die Rhodopen.

Auf der Hinfahrt herrscht schönes Wetter, aber kaum in Bansko angekommen, verdunkelt sich der Himmel. Unser Hotel sieht auch etwas in die Jahre gekommen aus. Tags darauf bessert sich das Wetter, aber die Bergkulisse bleibt wolkenverhangen.

Die Häuser dieser kleinen Stadt stehen unter Denkmalschutz. Bekannt ist diese Gegend nicht nur für seine Sandsteinpyramiden, sondern auch für den hervorragenden Wein.

Unser Hotel befindet sich nur wenige Kilometer vom bekanntesten Kloster Bulgariens entfernt. In aller Früh fahren wir zur Anlage. Sie sind gerade beim Aufsperren und es befinden sich noch keine Touristen dort. Bis diese eintreffen, sind wir mit der Besichtigung fertig. Im Anschluss machen wir uns auf den Weg nach Panichishte.

Dort wollen wir eine Wanderung zu den 7 Rila Seen unternehmen. Doch das Wetter spielt schon wieder nicht mit. In unserem Hotel organisiert der Besitzer einen Flug für den übernächsten Tag. So sehen wir doch noch die 7 Seen und das Rila Gebirge. Rund 1 Stunde dauert dieser Rundflug.

Die Hauptstadt Bulgariens ist unser nächstes Ziel. Im Zentrum der Stadt befindet sich unser Appartment, sodass wir die Sehenswürdigkeiten leicht zu Fuß erreichen. Zum Abschluss besuchen wir dieses griechische Restaurant am Stadtrand Sofias. Es liegt auf dem Weg zum Schi- und Wandergebiet Vitosha, das hauptsächlich von den Stadtbewohnern genutzt wird.

Auf der Weiterfahrt legen wir am Dorfplatz in Samokov eine Rast ein. Dabei genießen wir den hervorragenden Kaffee und die Aussicht auf den wunderbar angelegten Park.
Die Straße wird nun schmäler und löchriger. Wir kommen nur langsam voran. Nach dem Stausee bessert sich die Situation wieder und wir erreichen problemlos unser angestrebtes Ziel.

In den Bergen eingebettet befinden sich Häuser aus der Zeit der Bulgarischen Wiedergeburt. Mittlerweile wurde diese kleine Stadt offiziell zur Museumsstadt erklärt. Bei der Besichtigung erinnern zahlreiche, großteils restaurierte Häuser an die Helden vergangener Zeiten.
Der Pass ist offen und einer tollen kurvigen Fahrt steht nichts mehr im Wege. Oben angekommen, ist es kalt und neblig. In Gabrovo bleiben wir rund 2 Stunden. Wir wollen abwarten, was das Wetter vorhat. In der Stadt selbst ist es zwar wolkig, aber durchwegs sonnig. Nach der Wartezeit haben sich die Wolken verzogen und wir fahren in die Rosenstadt Bulgariens. Schon bei der Ankunft in dieser Stadt duftet alles nach Rosen. Das Museum gibt den Besuchern einen Einblick in die Welt der Rosenölerzeugung. Aber nicht nur hier, sondern im gesamten Tal dreht sich alles rund um Rosen und dessen Produkte.
Das Thrakergrab von Kasanlak geht auf das 4. Jahrhundert v. Chr. zurück und ist das am besten erhaltene Kunstwerk aus der Zeit der Thraker in Bulgarien.

Der höchste Pass Bulgariens ist nicht nur landschaftlich attraktiv, sondern auch Schauplatz einiger großer Schlachten gewesen, die dank der Monumente bis heute nicht in Vergessenheit geraten sind.

Das einzige Freilichtmuseum Bulgariens zeigt die bulgarische Architektur, die Kultur und die alte traditionelle Handwerkskunst. Alle Anlagen sind funktionstüchtig und können dank eines zweistufigen Kanalsystems auch in Betrieb genommen werden.

Untrennbar mit dieser Stadt verbunden ist die Holzschnitzerei, aus der die beiden berühmten Kunstwerke entstanden sind. Die Holzdecken stellen die feurigen Strahlen der Sonne dar, die mit Kränzen aus Blumen geschmückt sind.

Die Anfahrt zur Unterkunft ist steil und steinig. Dafür bietet sie einen ausgezeichneten Ausblick auf die darunter liegende Stadt. Bei der Besichtigung finden wir das Restaurant, das uns eine Freundin und auch der Besitzer der Unterkunft empfohlen hat. Hier sollen wir unbedingt einkehren.

Einzelne Eremiten bewohnten die natürlichen Höhlen der Berge. Daraus entstanden vielerorts Felsenkirchen mit bedeutenden Fresken unbekannter Künstler.

Über Berg und Tal geht es Richtung Osten. In Shumen suchen wir den Aussichtshügel auf, bevor wir in das Zentrum fahren. Nun ist es nicht mehr weit bis nach Warna am Schwarzen Meer. Frühmorgens besuchen wir den Hafen und wollen dort frühstücken. Jedoch bekommen wir an diesem Ort nichts. Es ist alles geschlossen und öffnet erst gegen mittags. Ein Besitzer erklärt uns, dass wir in das
nahe gelegene Zentrum fahren sollen. Dort haben die Cafes bereits geöffnet. Ein kurzer Besuch der Altstadt und wir verlassen Warna Richtung Süden.

Die touristische Stadt liegt auf einer kleinen felsigen Halbinsel. Wir parken unser Fahrzeug am Stadtrand und gehen zu Fuß in das Zentrum. Es ist viel los in der Stadt. Schließlich finden wir ein Restaurant und essen dort ausgezeichnet.

Nördlich von Sliven gelegen führt eine schmale Bergstraße zu unserer Unterkunft. Sie liegt mitten im Wald auf rund 1000 Metern Seehöhe. Die Einrichtung des Hotels ist einzigartig und sucht ihresgleichen in Bulgarien.

Plovdiv hat viel zu bieten. Das römische Theater, das zufällig nach einem Erdrutsch entdeckt wurde, die angrenzende Altstadt mit seinen Gassen, das unter der Straße gelegene Stadion der Römer, aber auch neuzeitliche Kunst der Straßenmalerei belebt neben den zahlreichen Restaurants die Innenstadt.

Unterwegs nach Bachkovo sehen wir vom Tal aus eine Kirche auf der Anhöhe. Wir zweigen ab und kommen zu dieser Burgruine mit der Kirche der heiligen Muttergottes.

Bachkovo ist neben Rila das bedeutendste Kloster in Bulgarien und liegt am Nordrand des dicht bewaldeten Rhodopen-Gebirges. Auch heute noch leben Mönche in dem Klosterkomplex, der auch Übernachtungsmöglichkeiten für Pilger und Reisende bietet.

An einem Stausee haben wir zufällig einen Schwarzstorch gesehen. Wir wollen mehr über diese seltene Storchenart herausfinden und stoßen dabei auf das Schutzgebiet in Madzharovo. Europaweit eines der wichtigsten Brutgebiete dieser Vögel befindet sich am Fluss Arda. Dort gibt es nicht nur Schwarzstörche und zahlreiche andere seltene Vogelarten, sondern auch Gänsegeier zu beobachten.

Wir verlassen das Schutzgebiet und machen uns auf den Weg in diese Stadt am Fuße des Balkangebirges. Wir benötigen den ganzen Tag um hierher zu gelangen. Am nächsten Morgen fahren wir nur eine kleine Runde. Wir wollen das Gebirge durchqueren, müssen aber feststellen, dass die fahrbare Straße entweder endet oder entwurzelte Bäume die Weiterfahrt verhindern. Bei der Umrundung des Gebirges am darauf folgenden Tag sehen wir eine unglaubliche Berg- und Flusslandschaft. Die Straße ist in einem guten Zustand und so erreichen wir bereits gegen Mittag die Felsenlandschaft der Stadt mit ihrer Festung Kaleto. Es bleibt nicht viel Zeit für die Erkundung, denn wir wollen noch eine Höhle in der Umgebung besichtigen. An der letzten Führung des heutigen Tages nehmen wir teil, bevor wir unser Etappenziel Vidin, anpeilen. Die Grenzstadt liegt direkt an der Donau, genauso wie die Festung.

Rumänien

Unsere Reise in Bulgarien endet in dieser Stadt. Jetzt lernen wir ein neues Land kennen: Rumänien. Auch in Rumänien braucht man für Motorräder keine Vignette. Die Einreise ist schnell erledigt. Entlang der Donau geht es nach Orsova. Dort bleiben wir über Nacht. Die Unterkunft liegt direkt an der Donau und hat sogar einen Badesteeg.

Das Durchbruchstal der Donau, genannt das Eiserne Tor, war einst die gefährlichste Schiffspassage der Donau. Heute ist es ein Naturpark. Diese imposante Landschaft hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich.

Die Stadt ist eigentlich eine Industriestadt und besitzt keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten. Jedoch ist sie Ausgangspunkt der Transsemenic Straße. In einer Kurve taucht völlig unerwartet dieses Loch auf. Der Schreck war groß, aber es ist gut gegangen. Wir stellen die Absicherung wieder auf. Diese Straße führt in ein Schigebiet und in diesem Dorf gibt es angeblich ein Gasthaus Tirol. Als wir dort hinkommen, haben sie Ruhetag. Schade. Der Bergsee hat sich im Laufe der Jahre zu einer Ruheoase und einem beliebten Touristenziel entwickelt.

Nebel begleitet uns frühmorgens auf der Fahrt, der sich im Laufe des Tages allmählich auslöst. In der Nera Schlucht kommen wir an diesem kleinen Wasserfall vorbei. Spektakulär ist er nicht, aber trotzdem schön.

Kaiserin Sissy soll hier auf Kur gewesen sein. Die Glanzjahre der Ortschaft gehören allerdings auch der Vergangenheit an. Zahlreiche Gebäude dieser Zeit bedürfen dringend einer Renovierung.

Beim Nonnenkloster, das dem heiligen Irodion Ionescu geweiht ist, halten wir kurz, bevor wir nach Petrosani weiterfahren.

In dieser Pension buchen wir vorerst nur eine Nacht. Doch schon bei unserer Ankunft verlängern wir unseren Aufenthalt. Die Terrasse, die Bar, das Wohnzimmer, die Gästezimmer, sowie der Garten sind hervorragend. Von hier starten wir unsere Ausflüge in die Berge.

Als 1. planen wir eine Rundfahrt von Novaci über Ranca, nach Petrosani und zurück zur Unterkunft. Dabei befahren wir die gesamte Transalpina, auch als Königsstraße bekannt, von Süden nach Norden. Kurve um Kurve schrauben wir uns auf über 2000 Meter hinauf. An der höchsten Stelle angekommen, geht es auf der
anderen Seite wieder ins Tal hinunter.
Am 2. Tag fahren wir von Petrosani die Transalpina von West nach Ost. Zu erwähnen wäre noch, dass die höchste Bergstraße Rumäniens in der Nacht von 21 bis 7 Uhr nicht befahren werden darf. Beim dortigen Stausee befindet sich das Schigebiet. Wir fahren mit der Gondel hinauf und genießen den Rundblick. Während es auf der anderen Talseite mehr und mehr aufklart, zieht es bei uns
zusehends zu.

Die sternförmige Burg liegt ziemlich zentral in der Stadt. Sieben Basteien ergeben die Sternform der Festung, die man durch wunderschöne Tore betritt. Mit der Besichtigung beginnt man am Besten bei der Dreifaltigkeits- oder Krönungskathedrale und arbeitet sich entlang der großzügig angelegten Gassen und Plätze hindurch.

Der Zugang zur Burg ist für den Verkehr gesperrt. Zu Fuß begeben wir uns auf den Vorplatz. Die zahlreichen Stände versorgen die Besucher mit Getränken und Speisen aller Art. Dracula war hier. Nur kurz, aber immerhin. Fürst Vlad Tepes war mal Gast in der mächtigen Burg von Eisenmarkt. Die Burg wird oft als Filmkulisse gemietet. Zahlreiche Produktionen wurden dort gedreht.
Sie gehört zu einer der beeindruckendsten Burgen Rumäniens.

Fragt man die Menschen in Rumänen nach der schönsten Stadt des Landes, fällt meist der Name Sibiu. Ein wunderschönes Ensemble: in der Mitte das Rathaus, links davon das Brukenthal Museum und rechts die katholische Stadtpfarrkirche. Die Gebäude wurden aufwendig restauriert und seit 2007 trägt die Stadt den Titel europäische Kulturhauptstadt. Ein Besuch im Wien Cafe darf nicht fehlen. Am Rande der Altstadt finden wir ein kleines, feines Appartement. Sogar unser Motorrad dürfen wir im Hausgang abstellen.

Jetzt steht die Straße der Straßen auf dem Programm. Ähnlich, wie die Transalpina windet sich die Straße nach oben, doch die Landschaft rund herum ist wesentlich spektakulärer. Am Plateau angekommen, liegen noch Schneereste und die Berge sind in Wolken gehüllt. Auf der anderen Seite des Tunnels scheint hingegen die Sonne.

Immer wieder sehen wir Warnschilder, dass Bären auf der Straße sein können. Es ist verboten sie zu füttern, aber die Menschen halten sich nicht daran und so kommt es, dass auch wir zwei Bären auf der Straße begegnen. Sie warten bis sich jemand erbarmt und ihnen etwas zum Fressen gibt. Nachdem viele Bären in dieser Gegend leben, werden sie wohl ab und zu auch die Bienenstöcke plündern.

Unmengen von Leuten stehen beim Eingang. Das Schloss ist eine der größten Touristenattraktionen Rumäniens. Menschen aus der ganzen Welt pilgern nach Bran, weil hier angeblich Graf Dracula lebte.

Während in Bran Massen von Touristen hinströmen, geht es in Rasnov beschaulicher zu. Einziges Manko, die Zitadelle wird derzeit restauriert und kann nur von außen besichtigt werden.

In Kronstadt, einem geistig-kulturellen Zentrum der Siebenbürger Sachsen ist das deutsche Erbe noch sichtbar. Obwohl nicht mehr viele Deutsche in Brasov leben, sind viele Schilder zweisprachig und einige Rumänen sprechen heute noch deutsch. Kinder spielen am Brunnen, Touristen schlürfen Eiskaffee mit Blick auf das alte Rathaus und die restaurierten Bürgerhäuser. Exzellente Unterkünfte, gute Lokale und das abwechslungsreiche Umland sind die Zutaten für einen idealen Aufenthalt in dieser Stadt. Gar nicht weit, am Stadtrand, breiten sich bewaldete Berge aus – ganz so als wäre die Stadt in einen grünen Krater geplumpst.  

Peles und Pelisor, zwei königliche Schlösser aus dem 19. Jht. stehen unmittelbar nebeneinander. Heute noch beeindrucken sie die Besucher mit ihrer Pracht.

Unterwegs auf schlammigen Spuren. Wer denkt in Rumänien schon an Schlammvulkane. Wahrscheinlich niemand. Diese entstehen durch Gase, die aus der Tiefe durch ton- und wasserhaltige Schichten aufsteigen. An der Erdoberfläche trocknet der Schlamm und bildet Strukturen, die einem Vulkan ähneln.

Die drei Donauarme vereinen sich in Braila wieder zu einem Fluss. Das Schutzgebiet dient den Zugvögeln, sowie den Wasser- und Watvögeln als idealer Lebensraum. Unweit der Donau befindet sich unsere Unterkunft und der Hausgang wird mal zur Garage umfunktioniert.

Der einzigartige Rote See mit seinen aus dem Wasser ragenden Baumstümpfen und die Straße durch die Bizac Schlucht zählen zu einem Muss für Motorradfahrer. Doch Vorsicht – hier stehen die Verkaufsstände direkt neben der Straße und die Menschen laufen auf der Straße herum. Heute dauert die Fahrt etwas länger bis wir unser Etappenziel erreichen. Meine Frau ist schon ein bisschen müde. Aber ein Stück haben wir noch vor uns. Der Kurort ist bekannt für die heilende Wirkung seiner Salzseen. Der Bärensee hat sich durch den Einsturz einer Doline gebildet.

Die folgenden Nächte verbringen wir in Schäßburg. Nur 5 Minuten zu Fuß vom Zentrum der Stadt entfernt, übernachten wir in diesem wunderschönen Appartment. Zur Gründungszeit war die Stadt überwiegend von Siebenbürger Sachsen bewohnt. Das Stadtbild selbst ist von einer großen Vielfalt an Sakralbauten geprägt. Schäßburg ist offiziell mittlerweile wieder dreisprachig. Die Ortstafeln und die touristischen Informationen sind rumänisch, deutsch und ungarisch beschriftet. Es gibt Kindergärten, in denen Deutsch gesprochen wird, sowie eine Grundschule und ein Gymnasium, in denen Deutsch als Unterrichtssprache benutzt wird.

Das Salzbergwerk wurde geschlossen und ein Museum eingerichtet. Um es für die Besucher möglichst interessant zu gestalten, errichteten sie einen Vergnügungspark darin. Auf mehreren Ebenen verteilt, befinden sich die unterschiedlichsten Attraktionen, die die Besucher gegen Bezahlung ausüben können.

Auf dem Weg zur rumänischen Grenze, durchqueren wir noch einmal Bärengebiet. Wir befinden uns im Apuseni Nationalpark. Die Piste wird immer unwegsamer und scheint kein Ende zu nehmen. Plötzlich lichtet sich der Wald und die Piste endet in einer asphaltierten Straße. Jetzt können wir die verlorene Zeit wieder aufholen und kommen vor der Dunkelheit in Oradea an. Dort verbringen wir unsere letzte Nacht in Rumänien, bevor wir nach Ungarn einreisen.

Ungarn

Sind das die neuen Grenzkontrollen?

Die Gegend ändert sich. Man sieht keine Berge mehr und die Straßen führen eine gefühlte Ewigkeit gerade aus. Wenn doch nur ein paar Kurven kommen würden. Endlich sind wir in Budapest. Der Rundgang führt uns als erstes zum Parlament, im Anschluss in die Innenstadt zur Sankt Stephans Kathedrale und als letztes zur Promenade an der Donau.

Wir fahren weiter zum größten Binnensee Mitteleuropas. Bei Tihany bringt uns eine Fähre ans andere Ufer. Wir übernachten in den Weinbergen am westlichen Nordufer des Sees und am nächsten Tag verlassen wir Ungarn.

Österreich

Nach drei Monaten und rund 14.000 zurückgelegten Kilometern kommen wir wieder in unserer Heimat Österreich an. Doch vorher legen wir einen Stopp bei dieser imposanten Burg ein. In Graz bleiben wir schließlich eine Nacht länger und fahren erst bei Sonnenschein nach Hause. Es bleibt also noch Zeit das Schloss, den Schlossberg und die Innenstadt zu besichtigen, bevor es endgültig nach Hause geht.